Ein Vormittag, der berührt – gerade weil die Rahmenbedingungen so schwer sind.
Mein Besuch in der Waldorfkita in Bad Oldesloe stand unter einem besonderen Vorzeichen: Die Einrichtung steht derzeit unter großem Druck und kämpft an harten Fronten mit der Stadt Bad Oldesloe – verbunden mit der Aussicht, dass die Kita zeitnah geschlossen werden soll, auch im Zusammenhang mit ihrem Betreuungskonzept. Das macht mich nachdenklich, denn was ich heute erleben durfte, war das Gegenteil von „nicht tragfähig“: eine Kita, in der Menschen engagiert arbeiten, Kinder sich sicher fühlen und Vielfalt nicht stört, sondern dazugehört.
Mir begegneten hochmotivierte Fachkräfte und eine Gruppe von Kindern mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. Und trotzdem (oder gerade deshalb) war da ein spürbares Miteinander. Die Kinder fühlten sich pudelwohl – neugierig, offen, voller Energie. Auch wenn es zu Beginn hier und da kleine Anlaufschwierigkeiten gab, etwa durch Sprachbarrieren, tat das dem Vormittag keinen Abbruch: Mit Geduld, Blickkontakt, einfachen Fragen und einem klaren Rahmen fanden alle ihren Platz.
Wie gewohnt starteten wir mit einem ruhigen Ankommen, einem ersten Kennenlernen und dem Einstieg über kindgerechte Impulse. Was mich besonders gefreut hat: Die Kinder machten fantastisch mit – aufmerksam beim Zuhören, mutig beim Antworten, kreativ in ihren Gedanken und spürbar stolz, wenn sie etwas benennen konnten. Genau das ist Kinderrechtearbeit im Kern: Kinder erleben, dass ihre Stimme zählt – unabhängig davon, welche Sprache sie (schon) sprechen oder aus welchem Umfeld sie kommen.
Im Verlauf wurde deutlich, wie verbindend das Thema wirkt. Rechte wie Schutz, Mitbestimmung, Fairness und das Recht, Hilfe zu bekommen, sind für alle Kinder relevant – und lassen sich so vermitteln, dass jedes Kind Zugang findet: über Bilder, Situationen, Gefühle und gemeinsames Erleben. Der Vormittag zeigte eindrucksvoll, wie viel Potenzial in dieser Gruppe und in dieser Einrichtung steckt.
Ich gehe mit dem Gefühl, dass hier ein Ort ist, der Kinder stärkt und Gemeinschaft trägt – und ich finde es schwer nachvollziehbar, dass eine solche Einrichtung vor dem Aus stehen soll, wenn man sieht, wie engagiert die Fachkräfte sind und wie gut die Kinder hier aufgehoben wirken.
Danke!
Ein herzlicher Dank an Herrn Klenk und an Frau Lüneburg von der Waldorfkita für die Offenheit und die starke Begleitung – und an die Kinder für ihren Mut, ihre Neugier und ihr fantastisches Mitmachen. Dieser Vormittag hat gezeigt, wie wichtig solche Orte sind – gerade dann, wenn es um Zukunft, Teilhabe und echte Chancen geht.


